“Meine Mitarbeiter sind mein wichtigstes Gut.”

Mittwoch 03 Juni, 2015
Christiane Schulz

Am 10. Juni diskutiert CEO Christiane Schulz auf einem Panel des 9. FAZ Marken-Summits in Frankfurt darüber, wie man heutzutage Mitarbeiter zu Markenbotschaftern macht. Mit uns hat sie über ihre ganz persönlichen Erfahrungen, sowohl als Arbeitnehmer, als auch als Arbeitgeber gesprochen.

Christiane, du hast in deiner Karriere als Mitarbeiterin verschiedenster Levels gearbeitet. Nun bist du bald zwei Jahre CEO von Weber Shandwick in Deutschland. Hat sich deine Sicht auf die Bedeutung von Mitarbeitern für ein Unternehmen im Laufe deines Werdegangs verändert?

Nein, ich glaube nicht. Bei mir stand sogar schon im ersten Schulzeugnis „Christiane arbeitet gerne im Team“,  so erzählt es meine Mutter und ich sollte mal das Zeugnis suchen. Unsere Arbeit ist Teamarbeit. In einem guten Team hat jeder eine bestimmte Rolle, bei der er sich mit seinen Talenten einbringt. Das galt für mich als Teammitglied früher, dann in meinen Rollen als Teamleader und auch heute als Verantwortliche für unsere Agentur – meine Teams sind im Laufe der Zeit nur größer geworden. Meine Mitarbeiter sind mein wichtigstes Gut und ich hoffe, die Kollegen spüren das in der Zusammenarbeit.

Gab es früher Situationen, in denen du mit Entscheidungen deines Chefs unzufrieden warst, in der du heute jedoch wahrscheinlich genauso handeln würdest?

Es gab auf jeden Fall Situationen in denen ich nicht einverstanden war mit Entscheidungen, z.B. mit Ansagen zu Entlassungen im Kontext der Wirtschaftskrise. Ich war der Meinung, dass man da auch andere Wege hätte gehen können und dieser Meinung bin ich heute noch. D.h. die Frage würde ich mit „nein, ich würde nicht so handeln“ beantworten, sondern auf jeden Fall verschiedene Optionen prüfen und auch verfolgen. Ich würde behaupten, dass ich für mich eine eigene „Führungs-Ethik“ entwickelt habe, die mich leitet – da gilt es in sich hineinzuhören und zu schauen, was man wie vertreten kann und was nicht.

Ein von dir oft zitiertes Sprichwort lautet: „Kultur isst Strategie zum Frühstück“. Was bedeutet das in Hinblick auf Mitarbeiterführung für dich als CEO von Weber Shandwick?

Wir haben eine tolle Strategie und eine Struktur geschaffen. Es ist aber wichtig, dass wir auch die Kultur haben, die die Strategie mit Leben füllt. Als CEO muss ich diese Kultur vorleben. „Practice what you preach“ heißt es so schön auf Englisch und ich erwarte das auch von allen meinen Führungskräften.

Knapp sechs von zehn Befragten geben in einer Studie zu Mitarbeiter-Aktivismus an, sie hätten das Unternehmen, in dem sie arbeiten, bereits einmal vor Freunden bzw. Verwandten oder öffentlich auf einer Website, einem Blog oder in den Printmedien verteidigt. Hand aufs Herz: Wie hoch schätzt du diese Zahl bei deinen jetzigen Mitarbeitern ein?

Gute Frage, vor allem im welchen Kontext müssten die Kollegen uns „verteidigen“? Ich würde hoffen, dass es auch bei uns mehr als die Hälfte sind. Allerdings war das ja eine internationale Studie und mein Eindruck ist, dass wir Deutschen uns damit schwerer tun. Daher sage ich mal 5 von 10 Kollegen.

In derselben Studie werden sechs verschiedene Typen von Mitarbeiter-Aktivisten identifiziert. Zu welchem Typ zählst du dich?

Ich bin ganz klar ein ProActivist: Ich bin wirklich sehr stolz auf das, was wir machen, was wir bis jetzt in Deutschland erreicht haben. Das gilt aber für uns als globales Unternehmen insgesamt. Wir sind sehr innovativ, als einzige PR Agentur auf Platz 4 in der Agency A-List der ‚Advertising Age‘. Das ist für mich sehr motivierend. Es begeistert mich und das teile ich gerne in der Hoffnung, auch andere für uns zu begeistern.


 

Wer mehr von Christiane Schulz sehen oder lesen möchte, trifft sie am 10. Juni auf dem FAZ Marken-Summit oder folgt uns auf Twitter unter @WSGermany #fazms15.

Die oben genannte Studie Employees Rising: Seizing the Opportunity in Employee Activism steht über unser Download-Formular für Sie zur Verfügung.