Mobilitätswende in Deutschland - Studie
Die Mobilität in Deutschland durchlebt eine Transformation. Die Frage ist nicht mehr nur: Funktioniert die Elektromobilität? Heute geht es um Vertrauen, Kosten und Informationen. Reichweiten steigen, Ladenetze wachsen, doch für viele Menschen bleibt der Umstieg auf ein Elektroauto mit Unsicherheiten verbunden. Nicht wegen der Technik, sondern wegen finanzieller Fragen: Was kostet der Umstieg insgesamt? Wie entwickelt sich der Wert eines Elektroautos? Wie zuverlässig bleibt die Technologie über mehrere Jahre?
Weber Shandwick hat diese Fragen zusammen mit Acxiom und OM Sustainable Solutions untersucht. Die Studie zeigt, wie Produkt, Preis, Infrastruktur, Politik und Kommunikation zusammenspielen und die Kaufentscheidung beeinflussen. Dabei werden vier zentrale Fragen untersucht:
1. Welche Sorgen, Erwartungen und gesellschaftlichen Unterschiede prägen die Akzeptanz der Elektromobilität?
2. Wie entwickeln sich Ladeinfrastruktur und tatsächliches Kaufverhalten?
3. Wo informieren sich Kaufinteressierte und welchen Quellen vertrauen sie?
4. Wie hängen Werbeausgaben und Präsenz bei aufkommenden Themen mit Bekanntheit, Kaufabsicht und Marktanteil zusammen?
Für die Studie werden sechs Datenebenen zusammengeführt: Zielgruppendaten, Ladeinfrastruktur, KBA-Neuzulassungen, Medienthemen, Werbeinvestitionen und den Konsumenten-Funnel von der Bekanntheit bis zur Kaufabsicht. Die Daten werden über die Zeit sowie, soweit möglich, zwischen Marken, Zielgruppen und Regionen verglichen.
Sieben Kernerkenntnisse
1. Technische Sorgen bleiben – finanzielle Sorgen wachsen: Die Sorge vor Wertverlust ist von 6,1 auf 10,7 Prozent gestiegen.
2. Förderung bewegt den Markt schneller als die Stimmung: Der E-Auto-Anteil fiel nach dem Ende des Umweltbonus auf 11 Prozent, erholt sich aber seit 2025.
3. Viele wechseln zunächst vom Verbrenner zum Hybrid: Der Hybrid ist heute der größte Einzelantrieb.
4. Markenimage und Absatz entwickeln sich nicht immer gemeinsam: Deutsche Marken halten zusammen etwa die Hälfte des Marktes.
5. Das Autohaus bleibt die wichtigste Anlaufstelle: 66,6 Prozent der Kaufinteressierten nutzen es als Informationsquelle.
6. Geschlecht, Alter und Wohnort prägen unterschiedliche Hürden: Auf dem Land ist die nächste Ladestation 2,85-mal so weit entfernt wie in der Stadt.
7. Bei Kommunikation zählt das richtige Thema stärker als ein höheres Budget: Sichtbarkeit bei aufkommenden Themen ist entscheidend.
Bedeutung für die Kommunikation
Die Studie zeigt, dass Automobilhersteller ihre Kommunikation grundlegend neu ausrichten sollten. Der Fokus sollte auf Restwert und Gesamtkosten liegen, denn diese Fragen beschäftigen potenzielle Käufer deutlich mehr als technische Details. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass zwei Drittel der Käufer einen Hybrid wählen – Elektrifizierung muss daher breiter erzählt werden. Für die Kundenakquisition zählen persönliche Kontaktpunkte und authentische Persönlichkeiten deutlich mehr als massive Werbebudgets.
Schließlich müssen Marken ihre Kommunikation zielgruppenspezifisch ausrichten, denn Frauen, Boomer und Gen Z sowie der ländliche Raum haben unterschiedliche Anforderungen.
Die detaillierte Studie mit allen Daten und Analysen steht zum kostenlosen Download zur Verfügung.
