Engaging Cities Studie: Wie “Soft Power” Instrumente die Reputation von Städten in Asia Pacific fördern

Donnerstag 11 Dezember, 2014

BERLIN – Eine neue tiefgreifende Studie von Weber Shandwick, eine der weltweit führenden Kommunikationsagenturen, hat die zunehmende Bedeutung von sogenannten „weichen“ Machtinstrumenten aufgedeckt, die einen wichtigen Beitrag zum Reputationsaufbau von Städten im Asia-Pacific-Raum spielen. Engaging Cities: The Growing Relevance Of Soft Power To City Reputations In Asia Pacific konzentriert sich darauf, wie Städte einer Region „Soft Power“-Instrumente für sich am besten nutzen, das heißt abseits von politischen, wirtschaftlichen und militärischen Machtinstrumenten. In der Auswertung entschied Tokio das Rennen um die Stadt mit der besten Reputation in Asia Pacific für sich: Mit 10 von möglichen 16 Soft-Power-Eigenschaften gelang die japanische Hauptstadt an die Spitzenposition und verteidigt damit seinen Ruf als kreatives Zentrum in der Region.

Die Studie untersuchte die Städte Bangkok, Hongkong, Kuala Lumpur, Seoul, Shanghai, Singapur, Sydney und Tokio, die auf insgesamt 16 Eigenschaften hin miteinander verglichen wurden. Je mehr Eigenschaften auf eine Stadt zutreffen, umso besser wird der Ruf der Stadt bewertet und damit auch ihr Einfluss für die Region wahrgenommen. Zu den untersuchten Eigenschaften gehören Social Media und digitale Technologien, Tourismus, die Essenskultur und andere kulinarische Erlebnisse, Architektur und Design, Nachhaltigkeit und Umwelt, sowie der Lebensstandard. In Zusammenarbeit mit KRC Research interviewte Weber Shandwick über 4.000 Menschen online und führte 20 Experteninterviews aus den Bereichen Medien, Design, Architektur, Einzelhandel, Sport und Gewerbe durch.

Abhängig von den untersuchten Merkmalen stellte Weber Shandwick fest, dass Singapur das Ranking anführen würde in Hinblick auf seinen innovativen Ansatz im Bereich Nachhaltigkeit und Umwelt sowie durch die hohe Lebensqualität der Einwohner. Hongkong stellt im Ranking das Finanzzentrum in der Asia-Pacific-Region dar. Sydney würde das Ranking in Bezug auf Sport und Freizeitangebote, zeitgenössische Architektur und Design, sowie Gender-Toleranz für sich entscheiden, bietet allerdings kaum Einfluss in Bezug bei der Essenskultur sowie weiteren kulinarischen Erlebnissen.

„Die starke Urbanisierung der asiatischen Länder und die zunehmenden Herausforderungen für Führungskräfte in Gemeinden, kreative Talente für sich zu gewinnen, Investitionen zu erhalten und Einnahmen durch den Tourismus zu machen, hat das Markenimage zur obersten Priorität für Städte gemacht“, so Ian Rumsby, Chief Strategy Officer bei Weber Shandwick in Asia Pacific. „Jede Regierung und Stadt sollte seine Aufmerksamkeit daher darauf lenken, jene untersuchten „Soft Power“-Eigenschaften zu leben, miteinander zu verknüpfen und zu fördern.“

Erkenntnisse über den Ruf und die Wahrnehmung von Städten

Die Studie fasst fünf grundlegende Beobachtungen zusammen, die für Führungskräfte aus den öffentlichen, privaten und sozialen Sektoren in Hinblick auf die Reputation der asiatischen Städten wichtig sind.

Identität

Die Stärke nationaler Marken kann die Kernmerkmale und Besonderheiten von Städten schon mal in den Schatten stellen. Dies bringt Herausforderungen und Chancen gleichermaßen für die Stadt hervor, wenn diese nach einer besseren Reputation strebt. Da Städte immer miteinander konkurrieren, um die besten Talente für sich zu gewinnen und diese zu halten, setzen sie ihre regionalen Besonderheiten dafür ein, um ihre Stadt als eigene Marke aufzubauen und damit eine Identität aufzubauen. Dies stellt den ersten Schritt dar, um ein besseres Verständnis für den Wert und das Angebot einer Stadt zu erlangen.

Nachbarschaften

Die einzelnen Viertel einer Stadt sind kulturelle Cluster, die die einzigartigen, vielfältigen Merkmale einer Stadt für Bewohner und Nicht-Ansässige aufzeigt. In diesen Kiezen entfaltet sich die Persönlichkeit einer Stadt, indem sich die Bewohner mit ihren Charakterzügen und Interessensgebiete frei entfalten können. Städte, die den Menschen in den Stadtvierteln einen besonderen Anreiz bieten, können auf diese Weise ihre Reputation fördern.

Bürgerschaftliches Engagement

Die in der Studie befragten Bewohner aller acht Städte haben im Hinblick auf die 16 untersuchten Elemente ihre eigene Stadt durchweg immer positiver bewertet als Nichtansässige. Im Schnitt bewerteten Anwohner ihre eigene Stadt um 18 Prozent besser als Nicht-Anwohner. Lokalpatriotismus in Städten wird demnach immer relevanter. Da Städte im Allgemeinen weiter wachsen und ihre Bewohner immer wohlhabender werden, fällt es ihnen einfacher in andere Märkte zu reisen und dort mit anderen zu interagieren. Unglaubliches Potential zur Markenentwicklung einer Stadt hat diejenige, die ihre Bewohner zu Fürsprechern ihrer Heimatorte in anderen Regionen und Märkten macht.

Kreative Bürger

Kreative Bewohner bedeuten eine starke Innovationskraft für jede Stadt. Sie erfinden Ideen-getriebene Wirtschaftszweige, die Innovation in allen Bereichen stärkt, angefangen bei Musik und Technologie über Nachhaltigkeit bis hin zu Design. Regionale Autoritäten müssen strategisch klug vorgehen, um kreative Talente anzuziehen und so eine Stadt mit Zukunftspotential zu fördern.

Die Macht des Volkes

Große Investitionen in die städtische Infrastruktur können durch missglückende Versuche, den Bewohnern ein eine verbesserte Lebensqualität zu liefern, geschwächt werden. Sei es ein Flughafen oder ein großer neuer Veranstaltungsort – das Erlebnis eines Ortes ist von den Leuten, die dort leben, abhängig: Städte, die in eine Menschen-basierte Servicekultur investieren, können die Wahrnehmung verbessern und damit sicherstellen, dass der Reputationsaufbau einer Stadt weiter voranschreitet.

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Die Engaging Cities-Studie beinhaltet Einzelanalysen jeder untersuchten Stadt in Bezug auf die 16 untersuchten Elemente inklusive Kommentaren der Befragten zu ihren Bewertungen. Der Bericht untersucht auch das städtische Selbstwertgefühl – eine Initiative, die die Perspektiven von Ansässigen einer bestimmten Stadt gegenüber Nichtansässigen untersucht.

„Mobilität wird in Asia Pacific groß geschrieben”, so Jennifer Sosin, Chief Research Strategist von KRC Research. „Der Anteil der Befragten, die zumindest einmal eine andere Stadt besucht haben oder tatsächlich in einer der anderen Städte schon einmal gelebt haben, ist hoch. Das bedeutet, dass eine Stadtmarke und ihr Einfluss mehr denn je durch persönliche Erfahrungen von Menschen, die dort nicht wohnen, geprägt ist.“

Den vollständigen Report erhalten Sie über das unten stehende Download-Formular.